Themenjahr 2018

Frieden geht anders!

im Evangelischen Kirchenkreis Aachen 

Themenjahr „Frieden geht anders“ im Kirchenkreis Aachen offiziell gestartet

Gemeinsam mit Superintendent Hans-Peter Bruckhoff (Mitte) präsentierten Ansprechpartner aus Kirchenkreis und Gemeinden das neue Themenjahr.
Gemeinsam mit Superintendent Hans-Peter Bruckhoff (Mitte) präsentierten Ansprechpartner aus Kirchenkreis und Gemeinden das neue Themenjahr.(Foto: C. Braun)

Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in Kirchenkreis, Gemeinden und Einrichtungen geplant – Superintendent Bruckhoff: „Wir als Christen sind gefragt, unseren Beitrag zum Frieden einzubringen!“

„Wie können wir Frieden gewinnen und bewahren? Angesichts der weltpolitischen Entwicklung stellt sich diese Frage mit wachsender Dramatik“, sagte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff am Mittwoch zu Beginn des neuen Themenjahrs 2018 im Evangelischen Kirchenkreis Aachen. Die Rolle der Religionen sei teilweise in Verruf geraten dadurch, dass Gewalt und Terror in ihrem Namen verübt wurden und werden. „In dieser Situation sind wir auch als Christen herausgefordert, unsere Sicht, unsere Hoffnung und unseren Beitrag zum Frieden einzubringen.“ Das Themenjahr steht deshalb unter dem Motto „Frieden geht anders“. Geplant sind dazu eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Aktionen in den verschiedenen Regionen des Kirchenkreises. Vorgestellt wurden diese zum Auftakt des Jahres im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen.

Superintendent Bruckhoff erläuterte das Friedenswort der Landessynode als Ausgangspunkt für das Themenjahr im Kirchenkreis Aachen.
Superintendent Bruckhoff erläuterte das Friedenswort der Landessynode als Ausgangspunkt für das Themenjahr im Kirchenkreis Aachen.(Foto: C. Braun)

Aktiv gewaltfreie Lösungen suchen

Superintendent Bruckhoff sagte bei der Vorstellung des Themenjahres, die evangelische Kirche sei sich ihrer „Schuld und Schuldverflochtenheit“ durchaus bewusst. In der Geschichte seien Gewalt und Krieg von ihr angefacht, befeuert und legitimiert worden und bis hin in die Gegenwart sei sie darin verstrickt. Gerade deshalb aber sei es Aufgabe der Kirche heute umzukehren, eine „Kirche des gerechten Friedens zu werden“ und mit einer Haltung der Gewaltfreiheit zu handeln. Bruckhoff nahm damit Bezug auf das „Friedenswort“ der Evangelischen Kirche im Rheinland, das die Landessynode wenige Tage zuvor verabschiedet hatte. „Im Jahr 2018 gedenken wir des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 und des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren“, sagte der Superintendent. „Aber auch heute darf unser ressourcenintensiver Lebensstil nicht mit militärischen Interventionen gesichert werden. Wir dürfen nicht die Ermordung von Menschen an den EU-Außengrenzen tolerieren. Stattdessen müssen wir aktiv gewaltfreie Lösungen suchen, selbst wenn sie eigene, auch wirtschaftliche, Interessen berühren.“

Drei der in der Ausstellung enthaltenen Roll-Ups.
Drei der in der Ausstellung enthaltenen Roll-Ups.(Foto: Zentrum Oekumene/EKHN)

Ausstellung im April und Juni in Aachen, Gemünd und Alsdorf zu sehen

Konkrete Vorhaben für das Themenjahr „Frieden geht anders“ im Kirchenkreis Aachen präsentierten die Referenten des Kirchenkreises für Schule, Jugend und Erwachsenenbildung sowie Vertreter für die Regionen Aachen, Nordkreis und Eifel. Einer der Kernpunkte ist eine Ausstellung mit dem Titel „Frieden geht anders“, die im April in Aachen, und im Juni zunächst in Gemünd und danach in Alsdorf zu sehen sein wird. Die Ausstellung wurde von „Zentrum Oekumene“ der Ev. Kirchen von Kurhessen-Waldeck sowie Hessen und Nassau erarbeitet. Sie richtet sich vor allem an Jugendliche, aber auch an Erwachsene, und zeigt an neun Beispielen von Mosambik bis zum Baltikum gelungene Möglichkeiten von Friedensarbeit. Die Inhalte werden auf Roll-ups, Mediastationen mit Touchscreens und durch Anschauungsobjekte vermittelt.

Thema Frieden beschäftigt viele Jugendliche

„In meiner Arbeit erfahre ich immer wieder, dass das Thema Frieden im Moment viele Jugendliche beschäftigt“, sagte Schulreferentin Folke Keden-Obrikat. „Die Konflikte in Syrien, zwischen den USA und Korea und auch Terroranschläge in Europa machen vielen Angst, und sie wollen wissen, was sie selbst tun können und ob man Religion eine Chance geben kann.“ Kirchenkreis Aachen und Gemeinden greifen diese Sorgen auf und stellen sich auch der Ablehnung von Religion, welche in diesem Zusammenhang oft geäußert wird. So gibt es beispielsweise eine Lehrerfortbildung über das Konflikt- und Friedenspotential von Religionen, interreligiöse Stadtspaziergänge, einen christlich-muslimisch-jüdischen Dialog zu Friedenstexten, und Vorträge der Evangelischen Stadtakademie zu Themen wie „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“ oder „Der Krieg vor dem Krieg – Welche Rolle spielen die Medien?“. Das Jugendreferat plant in einem besonderen Projekt eine Reise von jungen Erwachsenen auf der umgekehrten „Balkanroute“ von Aachen bis zur griechischen Insel Lesbos, auf der die Teilnehmenden sich mit Flüchtlingspolitik auseinandersetzen. Ein Austausch mit der Aachener Partnerstadt Halifax zum Remembrance Day bzw. Volkstrauertag anlässlich des Weltkriegsendes 1918 ist ebenso geplant wie Friedensgebete und Pilgerwege zum Thema. Kooperationen mit Schulen und anderen Akteuren werden derzeit organisiert.

Bei der Pressekonferenz stellten Vertreter der Arbeitsfelder und Regionen ihre Vorhaben vor: Pfarrerin Dorlis Alders (Nordkreis), Erwachsenenbildungsreferent Jürgen Groneberg, Pfarrer Erik Schumacher (stellv. Landessynodaler), Schulreferentin Folke Keden-Obrikat, Superintendent Bruckhoff, Jugendreferent Axel Büker, Pfarrer Hans Christian Johnsen (Aachen) und Pfarrer Christoph Ude (Eifel).(Foto: C. Braun)

Überblick über geplante Aktionen, Termine, Hintergrundinfos und Angebote zur Friedensarbeit anderer Anbieter in der Region Aachen

Einen Überblick über die bisher geplanten Aktionen und Termine sowie die genauen Ausstellungszeiten und Ansprechpartner finden sich auf der Internetseite:
www.frieden-geht-anders-aachen.de.

Monika Maienschein

Geschäftsstelle Jugendreferat / Schulreferat
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